Das Konstrukt „Beziehung und Partnerschaft“ hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Es gibt eine ganze Bandbreite neuer Kommunikations- und Kennenlernmedien, moderne Liebeskonzepte und neue Rollenverteilungen in der Partnerschaft. Wie gehen Sie damit um? Wichtig ist, dass Sie das tun, was IHNEN guttut und was Sie sich wünschen. Nur so werden Sie heute den zu Ihnen passenden Partner finden und eine glückliche Beziehung führen. Ich zeige Ihnen in Kürze, welche modernen Beziehungsthemen es gibt und wie Sie am besten damit umgehen.
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Beziehungen im digitalen Zeitalter
Wie durch Social Media Paare beeinflusst werden
Stetige Erreichbarkeit, gegenseitige "Kontrolle" und der offene Umgang in Chats beeinflussen Paarbeziehungen nachteilig. Dazu kommt die große Verlockung, mehreren Menschen gleichzeitig zu schreiben und zu hoffen, auf diesem Weg den richtigen Partner zu finden. Doch die Realität sieht oftmals anders aus, und was gut begann, geht auseinander. Ein weiterer Punkt ist die Unehrlichkeit, die durch die Anonymität im Internet vorherrscht. Während man im realen Leben einem Menschen gegenübersteht und ihn einschätzen kann, bleibt dies bei Social Media außen vor.
Ghosting, Benching und Co: Neue Dating-Begriffe erklärt
Sie sind in regem Kontakt und plötzlich, ohne Streit oder einen anderen ersichtlichen Grund, werden Sie ignoriert und Ihr Gegenüber reagiert nicht mehr? Dann spricht man vom Ghosting, Ihr vermeintlicher Partner ist auf einmal weg und hat Sie im schlimmsten Fall blockiert. Ein weiterer neuer Begriff ist Benching. Sie sitzen auf der Ersatzbank und sind zu Deutsch gesagt die zweite Wahl. Der Kontakt wird aufrechterhalten, aber das Entstehen einer Beziehung nicht aktiv vorangetrieben. Wenn Sie Gefühle investieren und nur banale Kurznachrichten erhalten, handelt es sich um Breadcrumbing. Ihr Gegenüber schickt beispielsweise Likes oder Emos, um die Hoffnung aufrechtzuerhalten, ohne wirklich ernste Absichten zu verfolgen.
Wie man digitale Grenzen in Beziehungen setzt
Gegenseitiger Respekt, offene Kommunikation und gemeinsam festgelegte Regeln sind die Grundlage für digitale Grenzen in der Beziehung. Dazu ist es wichtig, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse klar kommunizieren und auch die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Partners akzeptieren. Denken Sie immer daran, dass ein gewisses Maß an Privatsphäre nicht nur in Ordnung, sondern in einer Beziehung äußerst wichtig ist. Spionieren Sie Ihren Partner nie aus, sondern sprechen Sie offen, wenn Sie Fragen oder Zweifel haben.
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Emotionale Gesundheit und Partnerschaft
Die Bedeutung von emotionaler Intimität
Neben der körperlichen Nähe ist es wichtig, dass Sie und Ihr Partner sich emotional sehr nah sind und vertraut miteinander umgehen. Die emotionale Intimität ist der Kern einer sehr erfüllenden und tiefgründigen Beziehung. Sie legt den Grundstein für Vertrauen und Nähe, für Sicherheit, Empathie und gegenseitiges Verständnis. Sie können offen miteinander sprechen, schämen sich nicht für Gefühle und verringern das Risiko für Missverständnisse und daraus resultierende Konflikte deutlich.
Wie man Bedürfnisse ausspricht, ohne Druck zu erzeugen
Hierbei ist es besonders wichtig, dass Sie IHRE Gefühle und Gedanken aussprechen. Schuldzuweisungen oder Vorwürfe sind kontraproduktiv und bewirken immer das Gegenteil. Es kann helfen, wenn Sie Ihre Bedürfnisse aufschreiben und sich einen ruhigen Moment für die Kommunikation suchen. Sprechen Sie immer in der Ich-Form und vermeiden Sie es, Ihrem Partner zu sagen "du hast" oder "du solltest". Vorwürfe erzeugen Druck und führen dazu, dass sich Ihr Gegenüber verschließt.
Mental Load und Beziehung – wie faire Aufteilung gelingt
Nehmen Sie sich gemeinsame Zeit und schreiben Sie alle unsichtbaren Aufgaben, die täglich und wöchentlich anfallen, auf. Anschließend sollten Sie sich zusammensetzen und die Aufgabenverteilung anhand der Stärken und Schwächen von Ihnen und Ihrem Partner vornehmen. Wichtig ist auch, dass Sie sich darüber im Klaren sind, wer in welchem Bereich die Verantwortung hat und diese auch übernimmt. Aktives Zuhören und Flexibilität erleichtern die Mental Load in der Beziehung und bereichern diese.
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Moderne Liebeskonzepte
Monogamie vs. offene Beziehungen: Chancen und Risiken
Beide Beziehungsmodelle haben ihre Vor- und Nachteile. In einer monogamen Beziehung überwiegen Sicherheit, Emotionalität und Exklusivität. In offenen Beziehungen können Sie Ihre sexuelle Freiheit genießen, müssen aber in Kauf nehmen, dass Ihr Partner eifersüchtig ist und dass die Beziehung zerbricht. Wenn Sie zu einer offenen Beziehung tendieren, sollten Sie sich sehr vertrauen und in ständiger Kommunikation sein. Fühlt sich nur einer in dieser Konstellation unwohl, ist dieses Beziehungsmodell keine Chance, sondern ein Risiko für Sie.
Polyamorie leicht erklärt
Bei Polyamorie handelt es sich um echte Liebesbeziehungen, die mit mehreren Menschen gleichzeitig geführt werden. Anders als bei einer offenen Beziehung, wo es sich in der Regel um das sexuelle Ausleben dreht, ist es bei Polyamorie erlaubt, emotionale Bindungen zu mehreren Partnern/Partnerinnen einzugehen. Das heißt konkret, dass Sie auch mehrere Menschen lieben dürfen, ohne dass es zu Eifersucht in den Beziehungen kommt.
Lockere und unverbindliche Beziehung: Was bedeutet das für die emotionale Sicherheit?
Die emotionale Sicherheit bleibt in der lockeren Beziehung oftmals auf der Strecke. Auch die Angst vor Ablehnung und die Unsicherheit, welchen Status Sie bei Ihrem Partner haben, können die Beziehung belasten. Wenn Sie und Ihr Partner gleich denken und fühlen, ist eine unverbindliche Beziehung möglich. Allerdings müssen Sie auch immer damit rechnen, dass sich Ihr Gegenüber für einen anderen Menschen und gegen Sie entscheidet. Das Risiko ist in lockeren Beziehungen immer präsent und lässt sich nicht ausblenden.
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Zusammenleben heute
Patchwork-Familie: Herausforderungen und Lösungen
Sie und Ihr Partner bringen Kinder in die Beziehung mit. Das führt automatisch zur Herausforderung, kein Kind zu bevorzugen und alle Kinder gleich zu behandeln. Auch die Rollenverteilung und die unterschiedlichen Erziehungsstile sowie die Pflege Ihrer Partnerschaft sind Punkte, die in Patchworkfamilien zu Konflikten führen können. Mit einer respektvollen und offenen Kommunikation sowie der Aufstellung klarer Regeln und Gespräche über den Erziehungsstil finden Sie Lösungen und bewältigen die Herausforderungen mit Bravour. Achten Sie dabei auch auf die Bedürfnisse der Kinder und sprechen Sie über ein klares Beziehungsmanagement, durch das genug Zeit für Sie als Paar bleibt.
Rollenverteilung in modernen Partnerschaften
Die starre Rollenverteilung, dass sich die Frau um den Haushalt und die Kinder kümmert, während der Mann das Geld verdient, ist in modernen Partnerschaften überholt. Hier geht es vielmehr darum, gleichberechtigt zu sein und alle anfallenden Aufgaben auf Basis der individuellen Stärken aufzuteilen. Die gemeinsame Verantwortung und die Flexibilität sowie die Erwerbstätigkeit beider Partner nehmen in der modernen Beziehung wichtige Rollen ein. Dabei darf die Work-Life-Balance für keinen Beteiligten zu kurz kommen.
Gemeinsam wohnen vs. getrennt wohnen – Vor- und Nachteile
Wenn Sie mit Ihrem Partner zusammenziehen, können Sie viel Geld sparen und sich viel näher fühlen. Das bedeutet aber auch, dass Sie Ihre gewohnte Autonomie aufgeben und dass es, vor allem wenn Sie kleiner wohnen, weniger Rückzugsmöglichkeiten gibt. Auch Streitigkeiten über den Haushalt und die Ordnung sind nicht selten vorprogrammiert. Entscheiden Sie sich für getrennte Wohnungen, hat jeder seinen Freiraum. Doch das Gemeinschaftsgefühl könnte fehlen und es ist möglich, dass Sie sich in der Wohnung des Partners wie ein Gast fühlen. Die doppelten Kosten sind hierbei auch nicht zu vernachlässigen.
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Persönliches Wachstum in der Beziehung
Wie Selbstwert das Liebesleben beeinflusst
Der Selbstwert ist ein ganz entscheidender Faktor, wenn es um ein gesundes und glückliches Liebesleben geht. Verfügen Sie über ein starkes Selbstwertgefühl, können Sie Ihre Bedürfnisse und Wünsche offen äußern. Ein niedriges Selbstwertgefühl führt hingegen dazu, dass Sie sich in einer toxischen Beziehung gefangen fühlen und stetig nach Bestätigung suchen. Um Liebe annehmen und geben zu können, müssen Sie sich selbst lieben und wertschätzen.
Warum Paare voneinander lernen sollten
Gegenseitiges Verständnis ist die Grundlage für eine gesunde, stetig wachsende Beziehung. Lernen Sie, die Stärken und Schwächen Ihres Partners zu akzeptieren und sie als positiven Beitrag in der Beziehung zu akzeptieren. Um Herausforderungen gemeinsam zu meistern, müssen Sie wissen und verstehen, was und wie Ihr Partner fühlt. Die gemeinsame Weiterentwicklung als Paar gibt Ihnen die einmalige Chance, zusammen zu wachsen und ein viel größeres Vertrauen aufzubauen.
Beziehungskrisen als Chance für Veränderung
Fakt ist, dass eine Beziehungskrise nicht unbedingt in einer Trennung münden muss. Vielmehr kann sie als Weckruf verstanden und als neuer Anfang gesehen werden. In und nach einer Krise sollten Sie die offene Kommunikation suchen, die Ursachen erkennen und sich die Chance geben, eine neue Strategie zu verfolgen. Wichtig ist vor allem die bewusste und ehrliche Kommunikation Ihrer Wünsche und Vorstellungen, die Sie von der Paarbeziehung haben. Die gemeinsame Suche nach Lösungen schweißt Sie enger zusammen und legt den Grundstein für eine Veränderung, an der Ihre Beziehung wachsen und neu erblühen kann.
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Kommunikation in der heutigen Zeit
Konflikte fair lösen – moderne Tools und Methoden
Um bestehende Beziehungskonflikte zu lösen, bieten sich verschiedene moderne Methoden an. Die Trennung von Person und Problem steht hierbei im Fokus. Auch Meditation, aktives Zuhören und die Schaffung eines respektvollen und offenen Gesprächsrahmens sind hier essenziell. Gerne stelle ich Ihnen das phänomenologische 7-Schritte-Modell vor und zeige Ihnen, wie Sie Konflikte mit modernen Tools fair und zielsicher lösen.
Wie man über Bedürfnisse spricht, ohne Vorwürfe zu machen
Hierbei handelt es sich um die gewaltfreie Kommunikation, kurz GFT. Gezielt geht es darum, dass Sie alle Bedürfnisse in der Ich-Form ansprechen und Ihrem Partner somit keine Vorwürfe machen. Kurz erklärt heißt das, Sie sagen "ich wünsche mir", anstatt zu sagen "du musst". Beschreiben Sie Ihre Gefühle, ohne Ihren Partner damit in die Enge zu drängen, indem Sie etwas von Ihm wünschen oder gar verlangen. Vorwürfe führen nicht ans Ziel und sorgen nur dafür, dass Ihre Bedürfnisse unerhört bleiben und dass sich Ihr Partner schlecht oder gar angegriffen fühlt.
Liebessprache zeitgemäß oder überholt?
Die Liebessprache ist nach wie vor zeitgemäß und keinesfalls überholt. Dabei handelt es sich nicht um die drei geflügelten Worte, die Sie Ihrem Partner / Ihrer Partnerin mehrmals täglich sagen. Vielmehr geht es um Lob und Anerkennung, um Momente der Zweisamkeit, Zärtlichkeiten und Hilfsbereitschaft wie kleine Aufmerksamkeiten, die von Herzen kommen. Wenn Sie diese Sprachen beherrschen, kann Ihre Beziehung langfristig oder sogar ein Leben lang frisch bleiben.
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Intimität und Sexualität
Die Bedeutung von sexueller Selbstbestimmung
Sexuelle und körperliche Selbstbestimmung ist ein wichtiger Faktor für eine funktionierende Beziehung. Sie allein bestimmen darüber, was Sie zulassen und ablehnen, wie Sie das eigene Liebesleben und Ihre Sexualität gestalten und ausleben möchten. Wenn Ihr Partner das akzeptiert, sind Sie sehr nah beieinander und können eine harmonische Beziehung führen. Bedenken Sie immer, dass die sexuelle Selbstbestimmung auch einen wichtigen Einfluss auf Ihre Gesundheit und auf Ihr Wohlbefinden nimmt. Dazu ist es wichtig, dass Sie über Ihre Grenzen und über Ihre Vorlieben aufklären und Ihren Partner nicht im Dunkeln tappen lassen.
Sexuelle Bedürfnisse offen kommunizieren
Nur wenn Sie Ihre sexuellen Bedürfnisse offen kommunizieren, können Sie erfahren, ob Ihr Partner gleich tickt oder ob es da eventuelle Grenzen gibt, über die Sie sich unterhalten sollten. Für Zufriedenheit und Nähe in der Beziehung sollten Sie nicht nur den richtigen Moment finden, sondern auch unbedingt in der Ich-Form sprechen. Eine kleine Portion Mut ist nötig, doch das sollte Ihnen nicht schwerfallen, wenn Sie Ihrem Partner vertrauen und wenn Sie sich geborgen fühlen. Hören Sie sich gegenseitig zu und vergessen Sie nicht, dass auch Ihr Partner / Ihre Partnerin vielleicht geheime, bisher nicht ausgesprochene Wünsche und Bedürfnisse hat.
Wie man die Leidenschaft langfristig erhält
Viele Beziehungen scheitern am Alltag, in dem die Leidenschaft verfliegt und bereits nach wenigen Beziehungsjahren keine Rolle mehr spielt. Das ist ganz einfach vermeidbar, indem Sie gemeinsame Rituale zelebrieren und gemeinsame Erlebnisse schaffen. Setzen Sie sich als Paar feste Ziele und verfolgen Sie diese, auch wenn es kleine Rückschläge gibt. Verfolgen Sie nicht nur gemeinsame, sondern auch eigenständige Interessen authentisch und integrieren Sie diese in Ihren Alltag und in den Beziehungsalltag. Bewährt hat es sich, in regelmäßigen Abständen "erste Dates" zu verabreden und sich in diesen Momenten völlig neu kennenzulernen.
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Trennungskultur heute
Bewusste Entkopplung: Trennung mit Respekt
Für eine bewusste, ehrliche Trennung und Entkopplung vom Partner ist es wichtig, dass Sie ehrlich zu sich selbst und ehrlich zu Ihrem Partner sind. Suchen Sie im passenden Moment das Gespräch und verwenden Sie dabei Ich-Botschaften und keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen. Das aktive Zuhören und die gemeinsame Reflexion sind die Grundlagen für eine faire Trennung und die Möglichkeit, dass Sie und Ihr bisheriger Partner neu starten können. Gibt es etwas zu verarbeiten, gönnen und schaffen Sie sich die nötige Distanz. Akzeptieren Sie Ihre eigenen Emotionen und die Gefühle des Partners, ohne den Blick in die Zukunft zu verlieren. Reden Sie nie bei anderen schlecht über die Beziehung und über den Partner, den Sie aus den Ihnen bekannten Gründen verlassen möchten.
Toxische Beziehung erkennen
Es gibt typische Verhaltensmuster, an denen Sie eine toxische Beziehung schnell und zuverlässig erkennen können. Werden Sie ständig kritisiert, emotional erpresst oder von Ihren Freunden und der Familie isoliert? Dann sollten Sie hellhörig sein, denn das sind die wichtigsten Indizien für eine toxische Partnerschaft. Auch wenn Sie das Gefühl verspüren, sich ständig rechtfertigen zu müssen und nichts richtig zu machen, deutet das auf eine toxische Dynamik hin. Schlafstörungen, Stress, nächtelanges Grübeln und Kopfschmerzen treten in der Folge auf, wenn Sie diese toxische Verbindung nicht rechtzeitig beenden und zuerst an Ihr Seelenwohl denken.
Wie man Betrug verarbeitet und Vertrauen neu aufbaut
Eine ehrliche, offene Kommunikation über Ihre Gefühlslage und über die Gründe des Betrugs sind notwendig, um das Fremdgehen aufzuarbeiten und neues Vertrauen aufzubauen. Sie müssen zuhören und offen kommunizieren können und die Gefühle Ihres Partners / Ihrer Partnerin verstehen. Seien Sie geduldig und gehen Sie nicht davon aus, dass sich ein Betrug binnen weniger Wochen in einer Wolke der Liebe auflöst. Im besten Fall suchen Sie sich Unterstützung. Hier stehe ich Ihnen als Paarcoach zur Verfügung und helfe Ihnen dabei, die Enttäuschung zu verarbeiten und einen neuen Weg zu finden, um Ihren gemeinsamen Weg zu gehen. In der Ruhe liegen die Kraft und das neue Vertrauen, und es braucht besonders viel Zeit und ehrliche Worte, wenn Ihr Partner Sie verstehen und Ihnen verzeihen soll.