Emotional unerreichbarer Partner: Ursachen und Lösung

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Wie erkennen Sie einen emotional unerreichbaren Partner?

Es ist nicht einfach, denn die emotionale Unerreichbarkeit zeigt sich in den meisten Fällen subtil. Das macht sie schwer greifbar und stellt Sie als Partner / Partnerin vor eine komplexe Suche nach Lösungen. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen typische Anzeichen und Ursachen sowie Lösungswege auf. Die Kommunikation auf Paarebene legt den Grundstein für jede funktionierende Beziehung. Bleibt diese bei Ihnen auf der Strecke, weil Ihr Partner den Rückzug antritt, leiden Sie und die Partnerschaft darunter. Folgende Anzeichen sprechen dafür, dass Ihr Partner emotional nicht erreichbar und nicht fähig dazu ist, seine Gefühle zu offenbaren. Oder aber, dass er sie herunterspielt, um nicht enttäuscht, verletzt oder als schwach angesehen zu werden.

Typische Anzeichen, die Sie ernst nehmen sollten

  • Gespräche verlaufen in der Regel sachlich und ohne Tiefgang
  • Gefühle werden heruntergespielt oder gänzlich vermieden
  • Ihr Partner zieht sich bei Konflikten zurück und meidet das Gespräch
  • Sie fühlen sich in der Beziehung sehr oft alleingelassen und einsam
  • Nähe entsteht sehr selten und wenn, dann nur kurzfristig

Ich komme einfach nicht wirklich an meinen Partner / meine Partnerin heran. Wenn Sie das häufig denken, wird es Zeit zu handeln und die Ursachenforschung vorzunehmen. Da es kaum möglich ist, Ihr Gegenüber darauf anzusprechen und eine wirklich tiefgründige Antwort zu erhalten, ist eine Paartherapie dazu optimal. Ich unterstütze und begleite Sie dabei, den Weg ins Gespräch zu finden und die Ursachen zu ergründen, wie auch eine Lösung für Ihr Problem zu finden.

Die häufigsten Ursachen

Hinter emotionaler Unerreichbarkeit steckt selten eine böse Absicht. Meist ist es ein Schutzmechanismus, der auf früheren Erlebnissen und Erfahrungen beruht. Ihrem Partner / Ihrer Partnerin gelingt es nicht, über aktuelle Gefühle oder über emotionale Enttäuschungen in der Vergangenheit zu sprechen? Dann kann es daran liegen, dass einer oder mehrere der folgenden vier Ursachen zugrunde liegen.

Frühere Verletzungen

Wer in der Vergangenheit verletzt wurde, trägt meist tiefe psychische Wunden. Die Unnahbarkeit auf emotionaler Ebene ist ein diesem Fall ein unbewusster Selbstschutz vor erneuten Enttäuschungen. Nähe wird mit Schmerz verknüpft, und es ist durchaus möglich, dass Ihr Partner / Ihre Partnerin den vergangenen, aber auf der Seele haftenden Schmerz noch einmal durchlebt. Um dieses Risiko zu umschiffen, kapselt die betroffene Person sich ab und lässt niemanden zu nah an sich heran. Wer betrogen oder aus "heiterem Himmel" verlassen wurde, möchte diese Situation kein zweites Mal durchleben. Lässt Ihr Partner niemanden an sich heran, könnte die Verletzung sehr tief sitzen und seine Möglichkeit, Gefühle auszudrücken, völlig einschränken.

Erlernte Muster aus der Kindheit

Spielten Gefühle in der Kindheit und Jugend eine untergeordnete Rolle oder wurden abgewertet, fällt es dem Menschen später schwer, sie auszudrücken und zu zeigen. Wuchs Ihr Partner in einem lieblosen oder gefühlskalten Elternhaus auf, ist es nicht unwahrscheinlich, dass er dieses Muster automatisch übernommen und auf sich projiziert hat. Für diese Menschen ist es sehr schwer, selbst über Gefühle zu sprechen oder sie Ihnen zu zeigen. Das trifft besonders zu, wenn ein Gefühl von den Eltern als Schwäche abgetan wurde. Die typische innere Haltung besagt: "Gefühle sind Schwäche, ich bin stark" oder "Ich muss das allein schaffen, ich bin doch nicht schwach."

Bindungsangst

Geht Ihr Partner auf Distanz, kann das bedeuten, dass er unter Bindungsangst leidet und Nähe als Bedrohung erlebt. Die Ängste, die daraus resultieren, können verschiedener Natur sein. Sie sind überbordend und lassen nicht zu, dass sich Ihr Partner / Ihre Partnerin Ihnen öffnet. Es kann die Angst, sich zu verlieren, oder die Angst vor Abhängigkeit auf emotionaler Ebene sein. Aber auch die Angst vor Verpflichtungen Ihnen gegenüber kommt als Ursache für Bindungsangst infrage. Prinzipiell geht es meistens darum, eigenständig zu sein und sich nicht zu fest an jemanden zu binden. Ihnen bereitet der Abstand Sorge und lässt Sie glauben, dass Sie Ihrem Partner nicht viel bedeuten.

Überforderung mit Emotionen

Der Umgang mit Gefühlen wird bereits im Kindesalter gelehrt. Ein liebevolles Elternhaus, Nähe und Geborgenheit sind Grundlagen dafür, offen mit intensiven Emotionen und Gefühlen umzugehen. Hat Ihr Partner diese Erfahrungen nicht gemacht, hat er nie gelernt, zu seinen Gefühlen zu stehen und sie auszudrücken. Infolgedessen werden Auseinandersetzungen gemieden und der Rückzug angetreten. Nicht allein die Konfliktfähigkeit, sondern auch das Erleben schöner intensiver Gefühle leidet darunter. Während Sie immer wieder das Gespräch und die Nähe suchen, zieht sich Ihr Gegenüber immer mehr zurück und kann Ihre Einladung nicht annehmen.

Die Dynamik in der Beziehung

Eine glückliche Beziehung basiert auf gegenseitigem Verständnis und auf Vertrauen. Das Geben und Nehmen auf der Ebene der Gefühle nimmt dabei eine essenzielle Position ein. Sind Sie der Geber, während Ihr Partner / Ihre Partnerin nur nimmt und sich nicht einbringt, sind Enttäuschungen vorprogrammiert und es entsteht ein typisches Muster.

Sie suchen seelische / körperliche Nähe und ein Gespräch. Ihr Partner zieht sich zurück und verschließt sich vollständig.

Sie werden emotionaler und fordernder, was dafür sorgt, dass Ihr Partner noch mehr dichtmacht.

Daraus entsteht ein Kreislauf aus Annäherung und Rückzug, der Sie seelisch schmerzt und perspektivisch meist zur Trennung führt. Das Problem: Je intensiver Sie die Nähe herstellen möchten, desto stärker geht Ihr emotional unerreichbarer Partner auf Distanz. Das führt letztendlich so weit, dass es kaum noch Gespräche oder körperliche Nähe gibt. Sie fühlen sich allein und einsam, während Ihr Partner in seinem "Schneckenhaus" verweilt. Wenn in einem kurzen Moment Nähe entsteht und Sie aufleben, merken Sie, dass es sich nur um einen sehr kurzen Augenblick handelt. Wie kommen Sie aus dem Dilemma und näher an Ihren Partner?

In meiner Paartherapie unterstütze ich Sie als Mediator, zueinanderzufinden und den Konflikt der emotionalen Unnahbarkeit aufzulösen. Ein grundlegender Punkt dabei ist die Aussprache und Aufarbeitung der Ursachen. Wenn Sie wissen, warum Ihr Gegenüber so reagiert, ist eine Annäherung durchaus möglich. Ich führe Sie ins Gespräch und zeige Ihrem Partner und Ihnen, wie Sie mehr Offenheit und Vertrautheit erschaffen und diesen Weg beschreiten können. Da es sich bei emotionaler Unerreichbarkeit selten um eine böse Absicht handelt, gibt es eine Lösung, durch die Sie nah zusammenfinden. Meine Beratung ist der erste Schritt auf dem Weg in die richtige Richtung.

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